Keltenmuseum HochdorfMuseumsemblem

Keltenmuseum Hochdorf

D-71735 Eberdingen-Hochdorf
Keltenstraße 2
Tel. (07042) 78911
Fax (07042) 37 07 44
www.keltenmuseum.de
 
Glasschmuck aus Novo Mest  

»Bernstein- und Glasschmuck aus Novo Mesto/Slowenien«

Sonderausstellung
bis 23.11.2003


 
In Südost-Slowenien, zwischen der Hauptstadt Ljubljana/Laibach und der kroatischen Grenze erstreckt sich das landschaftlich reizvolle Hügelland Dolenjska. Der wichtigste Fluss der Region, die Krka, fließt in gewundenem Lauf über Tuffkaskaden nach Osten. "Schlafende Schönheit" nennt man diesen Teil Sloweniens. Hier befinden sich reiche Lagerstätten von Brauneisenerz, das die Grundlage für die wirtschaftliche Entfaltung der Region in der Eisenzeit darstellte. Mächtige Höhenbefestigungen und luxuriös ausgestattete Gräber spiegeln Macht und Wohlstand dieser Epoche wider.
 
In der Mitte von Dolenjska liegt Novo Mesto (Neustadt) in einer Flussschleife der Krka. Aus der Hallstattund Latene-Zeit sind in der Gemarkung des Ortes eine großflächige Siedlung und mehrere Gräberfelder bekannt.
 
Um 1940 wurden bei Erdarbeiten in der Flur Kandija das bekannte Panzergrab und das Grab mit Dreifußkessel entdeckt. Die systematischen archäologischen Untersuchungen begannen in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. Seit 1986 wird das Gräberfeld auf den "Kapiteljske njive" (Kapiteläcker) ausgegraben, das heute zu den bedeutendsten Fundplätzen der Eisenzeit in Slowenien zählt. Es gehört zur sog. "Dolenjska/Unterkrain-Gruppe" der slowenischen Hallstattzeit. Ein Grabhügel kann hier bis zu dreihundert Bestattungen bergen und wurde oft über mehrere Jahrhunderte belegt. Man darf also davon ausgehen, dass es sich um regelrechte Familien-Begräbnisstätten handelt. Die soziale Elite gibt sich hier durch fürstliche Beigabenausstattungen zu erkennen, die importierte Gegenstände, komplette Angriffs- und Verteidigungswaffen und Treibarbeiten in Bronzeblech der sog. Situlenkunst enthalten.
 
Die meisten archäologischen Fundstellen in Novo Mesto stammen aus der frühen Eisenzeit. Seit 1890 konnten im Ort nahezu 600 früheisenzeitliche Bestattungen in mindestens 24 Grabhügeln ausgegraben werden. Körperbestattungen in Holzsärgen liegen darin kreisförmig um ein zentrales Hauptgrab angeordnet. Häufigste Funde sind Keramikgefäße, die meistens zu Füßen der Toten deponiert waren. Männergräber enthalten eiserne Lanzenspitzen, Tüllenbeile und Gürtelschmuck. Von gehobener Stellung zeugen Helme, Panzer, Pferdegeschirr, importierte Prestigeobjekte und Bronzegefäße.
 
In den Frauengräbern finden sich Ringschmuck aus Bronze oder Eisen, bronzene Fibeln sowie Halsketten aus importiertem Bernstein und verschiedenfarbigen Glasperlen. Reiche Verstorbene erhielten zusätzlich Goldschmuck in Form von Ohrringen oder Diademen und Perlenketten in verschwenderischer Fülle, die den hohen Stand der damaligen Glasherstellung und Bernsteinbearbeitung zeigen.
 
Die Ausstellung gewährte einen Blick in die Welt der Glasmacherkunst Sloweniens im 8. bis 4. Jahrhundert v. Chr. und zeigte Schmuckperlen in allen erdenklichen Formen und Farbnuancen mit ihren kunstvollen Verzierungen. Sorgfältig bearbeitete Bernsteinperlen, die man über die „Bernsteinstraße" einführte, ergänzen die luxuriösen Schmuckausstattungen. Weitere Importgüter aus etruskischen Werkstätten (Löffel, Dreifuß), griechische Helme und attische Gefäße zeigen, dass Novo Mesto ein wichtiger Handelsplatz der älteren Eisenzeit in Europa war.

In der Hochdorfer Ausstellung wurde das Panzergrab, ausgewählte charakteristische Grabbeigaben und ein rekonstruiertes Grab gezeigt.

Schwerpunkt der Ausstellung waren die exquisiten Bernstein- und Glasschmuckstücke.

Katalog...

   

 
24.11.2003 -

Für Anregungen oder Fragen bitte eMail an: