Keltenmuseum HochdorfMuseumsemblem

Keltenmuseum Hochdorf

D-71735 Eberdingen-Hochdorf
Keltenstraße 2
Tel. (07042) 78911
Fax (07042) 37 07 44
www.keltenmuseum.de  
 

Die Lepontier

zwischen Kelten und Etruskern

Das bislang nahezu unbekannte und über Jahrhunderte hinweg fast vergessene Volk der Lepontier wurde im Frühjahr/Sommer 2002 in den Vordergrund gerückt. Durch die Grabbeigaben vermittelte die Ausstellung Einblicke in das tägliche Leben dieses kleinen Volkes, das vor mehr als 2000 Jahren südlich der Alpen lebte.

Die Ausstellung zeigtekostbare Exponate aus dem Besitz des Schweizerischen Landesmuseums, die zu den bedeutendsten Fundstücken der Archäologie Mitteleuropas zählen. Wertvolle Leihgaben von weiteren Institutionen und Museen in der Schweiz, Italien und Deutschland ergänzten die Präsentation.

"Die Lepontier wohnten in dem Gebiet der Alpen, in dem der Rhein entspringt", schreibt Julius Cäsar. Dies entspricht der Region des heutigen Kantons Tessin, dem Kanton Graubünden und dem benachbarten Oberitalien.

Einheimische Traditionen und etruskische sowie keltische und später römische Einflüsse verschmolzen hier zu einer faszinierenden Mischung. Importe aus weit nördlich (z.B. Bernstein) und südlich (z.B. Bronzegefäße) gelegenen Gebieten bereicherten die materielle Kultur dieses Raumes.

Die Lage des Siedlungsgebietes der Lepontier an einer der wichtigsten Nord-Süd-Achsen über die Alpen ermöglichte diesen eine wichtige Vermittlerrolle im Handel zwischen den Etruskern in Italien und den Kelten in Mitteleuropa.

Neben Keramik und Schöpfgefäßen aus Holz stellten die Lepontier kunstvoll verzierte Gefäße und Schmuckstücke aus Bronze und Silber her. Zu den ausdrucksstärksten Arbeiten zählen figürlich dekorierte Bronzegefäße nach mediterranen Vorbildern.

Die lepontischen Frauen trugen Kleider und Tuniken, die mit reich verzierten Gewandspangen und großen Gürteln zusammengehalten wurden. Sie schmückten sich zusätzlich mit schweren Halsketten aus Bernstein- und Glasperlen. Die Männer waren schlichter gekleidet. Um die Hüften trugen sie häufig eiserne Messer und in späterer Zeit auch lange Schwerter.

Namen und Inschriften auf Grabstelen und Gefäßen weisen darauf hin, dass die Lepontier das etruskische Alphabet in einer modifizierten Form benutzten. Die frühesten Schriftzeugnisse auf schweizerischem Gebiet stammen aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. und sind den Lepontier zuzuweisen.

 

Eine Sonderausstellung
im Keltenmuseum Hochdorf

bis Mitte September 2002


 
Grabfunde der Lepontier
Grabfunde der Lepontier

...mehr Informationen zu den Lepontiern bietet
Gruppo Archeologia Ticino...

     

 
8.4.2010 -

Für Anregungen oder Fragen bitte eMail an: