Das Antlitz des
Königs.
Das Fürstengrab von Kleinklein,
Steiermark, ÖsterreichDie reichste Bestattung des
Osthallstattkreises |
Sonderausstellung vom 22.11.2006 bis 15.7.2007 |
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Ein Fürstensitz und
2000 Grabhügel Südlich von Graz beginnt das klimatisch
verwöhnte Südsteirische Weinland mit seinen reizvollen
Höhenzügen. Unweit der Marktgemeinde Großklein erhebt sich der
»Burgstallkogel«, eine Bergkuppe, die in der
frühen Eisenzeit das Zentrum der Region bildete. Um
diesen Höhensitz herum liegen über die waldigen Hänge verstreut
zahlreiche Hügelgräberfriedhöfe. Von den heute noch erhaltenen
ausgehend, kann man auf eine Zahl von etwa 2000
Grabhügeln schließen! Bereits im 19. Jahrhundert war man im
Tal zu Füßen des Burgstallkogels auf außergewöhnlich
monumentale Grabhügel aufmerksam geworden und schon die ersten Grabungen
ließen keinen Zweifel daran, dass hier die Machthaber der Region
bestattet waren, die Fürsten des Territoriums.
Der Fürst unter dem
Kröllkogel Der letzte Fürst dieser Dynastie, ein
Zeitgenosse des Keltenfürsten von Hochdorf im 6. Jahrhundert v. Chr.,
ruhte in einer imposanten steingesetzten Grabkammer unter
einem Großgrabhügel, dem
»Kröllkogel«. Ihm waren ins Grab zwei
Menschen gefolgt, seine Pferde, seine Waffen, seine Rüstung und
Tongeschirr für ein großes Bankett. Berühmt wurde das Grab
jedoch wegen seiner Bronzegefäße und ihrer rätselhaften
Verzierungen. In stilisierter Form entrollen sich Geschehnisse, Riten und
Mythen ein wahrer Schatz in einer Zeit, die sparsam ist an
Darstellungen, die über die reine geometrische Dekoration hinausgehen.
Seine europaweite Bedeutung erhielt das Fürstengrab in der Forschung
darüber hinaus aufgrund einer Bronzemaske und zweier Hände aus
Bronzeblech. Spiegelt sich hier »Das Antlitz des Königs«?
 Der Fürst im Licht der neuen
Grabungen Wechselvoll war die Geschichte der Entdeckung und
Ausgrabung des Grabes unter dem Kröllkogel. Nach den verworrenen und
unklaren Berichten der Grabungen aus der Anfangszeit der Vorgeschichtsforschung
ist es vor allem Professor Diether Kramer vom
Landesmuseum Joanneum Graz zu verdanken, Licht in
die Zusammenhänge dieser erstrangigen Bestattung gebracht zu haben. Seine
vollständige Nachuntersuchung des Kröllkogels gab
die Basis der wissenschaftlichen Neubewertung. In den
Werkstätten des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz
wurden alle Fundstücke einer fachgerechten Restaurierung unterzogen und so
präsentiert sich das Fürstengrab von Kleinklein heute als
Highlight und Glanzpunkt der Erforschung der frühen Eisenzeit in
Europa.
 Die Faszination des Südens Das Gebiet des Mittelmeers war für die Völker
nördlich der Alpen im Westen wie im Osten Quelle der Inspiration. Die
Analyse der Funde des Fürstengrabes unter dem Krölkogel ergab eine
erstaunliche Nähe zum oberitalischen Süden, der sog. Estekultur. Die
Darstellungen auf den Bronzegefäßen führen in eine
Bilderwelt, in der Einheimisches und Motive des Südens
verschmelzen.
Begegnung zweier
Fürsten in Hochdorf Dass die Grabausstattung des
Keltenfürsten von Kleinklein gerade in Hochdorf zu sehen ist, hat einen
besonderen Reiz, treffen sich hier doch zwei hochrangige
Herren aus unterschiedlichen Kulturräumen dem
Westhallstattkreis und dem Osthallstattkreis. In
diesem Spannungsfeld sind Gemeinsamkeiten aber auch unterschiedliche
Auffassungen in der glanzvollen Selbstdarstellung zu entdecken, wie sie die
Fürsten im 6. Jh. v. Chr. für das Jenseits beanspruchten. |
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| Im Rahmen der
Vortragsreihe »Welt der Kelten«
fand zur Ausstellungseröffnung am 22. November 2006 ein
Vortrag statt... |
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