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Der 668 Meter hohe Ipf erhebt sich über der alten Reichsstadt
Bopfingen als mächtiger Zeugenberg des
Weißen Jura. Mit seinen umfangreichen Befestigungssystemen ist der Berg
ein ebenso beeindruckendes wie bedeutendes archäologisches
Kulturdenkmal, das weit über Süddeutschland hinaus
Bekanntheit erlangt hat. Lange Zeit wurde darüber diskutiert, ob der Ipf
auch zu den frühkeltischen Fürstensitzen
Mitteleuropas zu rechnen sei.
Die eindrucksvollen Dominanz und Wirkung des Berges mit seinen
Befestigungsanlagen legte solche Überlegungen nahe. Auch
konnte ein weiterer Gesichtspunkt nicht außer Augen gelassen werden - die
verkehrsgeographische Lage, die den Berg zu einem wichtigen Knotenpunkt
im Fernhandelsnetz zwischen der Donau und dem Main sowie dem Neckar
macht.
Hinzu kommen Eisenerzvorkommen in der
näheren und weiteren Umgebung auf der östlichen Schwäbischen
Alb, die als weitere Grundlage der wirtschaftlichen Bedeutung des
Fürstensitzes gelten.
Erstes Anzeichen für die Identifikation als
Fürstensitz war der Fund einer griechischen Scherbe in
den 60er Jahren. Sie gehörte zu einer attischen Trinkschale aus der Zeit
um 500 v. Chr. und gerade diese Luxusgeschirre waren begehrt an den Höfen
der Burgherren.
Spektakuläre neue Luftbildentdeckungen
führten seit dem Jahr 2000 zu archäologischen Ausgrabungen des
Landesdenkmalamtes Baden-Württemberg. Binnen weniger Jahre gelang es,
umfassende Kenntnisse und eindeutige Belege dafür zu gewinnen, dass der
Ipf in der Tat dem Kreis der frühkeltischen Fürstensitze in
Mitteleuropa zuzuordnen ist.
Importfunde südlicher Güter
- dazu zählen bemalte griechische Keramik und griechische Weinamphoren -
belegen eindeutig Kontakte über die Alpen mit den
Hochkulturen des Mittelmeerraums.
Die neuen Forschungen und aktuellen Ausgrabungen können
im Rahmen des Schwerpunktprogramms
"Frühe
Zentralisierungs- und Urbanisierungsprozesse" der Deutschen
Forschungsgemeinschaft seit 2004 durchgeführt werden. So ist es, nach den
Ausgrabungen von Friedrich Hertlein in den Jahren 1907 und 1908, heute erstmals
wieder möglich, Forschungsgrabungen auf dem Ipf durchzuführen.
Darüber hinaus widmet die
archäologische Forschung auch dem Umfeld des Ipf gesteigerte
Aufmerksamkeit. Spektakuläre Entdeckungen von
Großgrabhügeln und herrschaftlichen
Rechteckhöfen ergeben ganz neue Perspektiven für das
Verständnis der Besiedlungsgeschichte dieses Kleinraums. Auch altbekannte
Fundstellen, vor allem der östlich des Ipf gelegenen Goldberg mit
seinen Grabungen der 30er-Jahre, erscheinen nun in neuem Licht. Die
Besiedlungszeit der neu entdeckten Rechteckhöfe passt genau in den
Zeitraum, in dem der Goldberg für ein bis zwei Generationen verlassen
worden war. Binnen weniger Jahre wurde es möglich, Einblick in die
Entwicklung und Geschichte eines bedeutenden Herrschaftsgebiets des 6. und 5.
Jahrhunderts vor Christus zu gewinnen.
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