Keltenmuseum HochdorfMuseumsemblem

Keltenmuseum Hochdorf

D-71735 Eberdingen-Hochdorf
Keltenstraße 2
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Silber der Illyrer und Kelten im Zentralbalkan

25. November 2004 - 31. Juli 2005

 

 
    Titelbild Silber der IllyrerDie Sonderausstellung im Keltenmuseum Hochdorf/Enz war den Völkern der Illyrer und Kelten im südosteuropäischen Raum gewidmet. Sie präsentierte die wichtigsten Funde aus den berühmten Fürstengräbern Trebenište bei Ohrid, Novi Pazar, Atenica, Kruševica und weitere beeindruckende Zeugnisse dieser Epoche im Zentralbalkanraum.
Die Fundstücke wurden zum ersten Mal in Deutschland gezeigt.

Das zentrale Balkangebiet war in der Vorgeschichte ein Raum, den wichtige Verkehrswege durchzogen, die Mitteleuropa mit dem östlichen Mittelmeer verbanden. Die großen und fruchtbaren Flusstäler wie das Morava- und Vardartal bildeten Durchzugsgebiete in Kriegs- und Friedenszeiten und so stand das Land seit mykenischer und homerischer Zeit den Einflüssen und Prägungen seiner Nachbarn offen. In der älteren Eisenzeit sind es zunächst die kimmerischen Reiterverbände, die ihre Spuren hinterließen (Hortfund von Rudovci).

Im Laufe des 6. und im 5. Jahrhundert v. Chr. intensivieren sich die Beziehungen zu Griechenland. Es formt sich eine Aristokratie, an deren Höfen hochstehendes Kunsthandwerk entsteht, das Einflüsse des Südens mit eigenständigen Elementen zu einer glanzvollen Symbiose bringt. Die exquisiten Kunstgegenstände in den Ausstattungen der Gräber spiegeln diese kulturelle Blütezeit wider. So stehen auch im Mittelpunkt der Ausstellung die Silberfunde aus den reichen illyrischen Gräbern. Die prunkvollen Silbergegenstände und Gefäße sind Meisterwerke des antiken Kunsthandwerks. Dazu kommen hervorragende Goldobjekte wie die zwei Gesichtsmasken aus dem Fürstengrab von Trebenište oder die Gürtel aus dem Fürstengrab von Novi Pazar. Aus historischen und archäologischen Quellen wissen wir vom Vorstoß der Kelten auf den Balkan.
Nach ihrer Niederlage bei Delphi im Jahr 279 v. Chr. ziehen sie sich nach Norden zurück. Zusammen mit den einheimischen Kulturgruppen bilden sie den Stamm der Skordisker, der aus den römischen Schriftquellen gut bekannt ist. Auch aus der Welt der Skordisker präsentiert die Ausstellung Objekte von so wichtigen Fundorten wie Gomolova, Vajuga, Mala Vrbica, Pećine und Židovar.
Ab dem 1. Jahrhundert v. Chr. steht das Land unter dem starken Einfluss der dakischen Zivilisation (Silberschatzfund von Kovin). Schließlich wird es dem Römischen Reich einverleibt und in die drei Provinzen: Dalmatia, Pannonia Inferior und Moesia Superior gegliedert.

Das Zustandekommen der Ausstellung war den folgenden Leihgebern zu verdanken: Nationalmuseum Belgrad, Regionalmuseen Požarevac, Wojwodina Novi Sad, Vršac, Bor, Čačak und Priština.

Die Ausstellungsstücke kamen zum überwiegenden Teil aus Serbien, das heute zusammen mit Montenegro einen unabhängigen Staat von 88.361 km² Fläche und etwa 10 Mio. Einwohnern bildet. Das Landschaftsbild ist abwechslungsreich. Drei Viertel des Landes werden von Gebirgen und Hochebenen eingenommen, etwa ein Drittel ist bewaldet. Im Norden, im Wesentlichen in der Wojwodina, hat Serbien Anteil an der Großen Ungarischen Tiefebene, mit der Batschka, Syrmien und dem westlichen Banat, dem ehemaligen Siedlungsgebiet der Schwaben vor dem Zweiten Weltkrieg.

Katalog erhältlich...

 
- 1.8.2005 -

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