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Das Grab des Keltenfürsten

Eberdingen-Hochdorf (Baden-Württemberg)
Deutschland/Germany


 
 
 

Die Grabung

In der über 100jährigen Forschungsgeschichte der frühkeltischen Fürstengräber ist das Hochdorfer Grabmonument einzigartig. Seine späte Entdeckung erlaubte den Einsatz modernster Forschungsmethoden und es war erstmals möglich, einen Hügel samt einem unversehrten Grab vollständig zu untersuchen. Dies war ein Glücksfall für die archäologische Forschung.

Seit 1968 beobachtete die ehrenamtliche Beauftragte des Landesdenkmalamtes Baden- Württemberg, Renate Leibfried, immer wieder ausgepflügte Steinbrocken im Erdboden. Die Untersuchung des Geländes ergab dann die Reste des Grabhügel. Wegen der akuten Gefährdung durch die landwirtschaftliche Nutzung wurde der Grabhügel in den Jahren 1978/79 unter der Leitung von Dr. Jörg Biel vollständig ausgegraben.

 


Spuren menschlicher Tätigkeiten haben sich über Jahrtausende im Boden erhalten. Aus den Informationen, die Funde und Befunde liefern, versuchen Archäologen die Gesellschaft, Lebensweise, Umwelt und Geschichte unserer Vorfahren zu rekonstruieren. Voraussetzung hierfür ist die genaue Dokumentation von Funden und Befunden: exakte Vermessung, fotografische und zeichnerische Aufnahme, präzise Beschreibung und vorsichtige Bergung. Sie allein belegt einen dann nicht mehr vorhandenen Zustand, da jede wissenschaftliche Ausgrabung zugleich auch Zerstörung bedeutet.

 


Die wissenschaftliche Auswertung einer archäologischen Ausgrabung stützt sich heute auf die Dokumentation der Befunde, auf Beobachtungen bei der Restaurierung der Funde und auf verschiedenartige naturwissenschaftliche Untersuchungen. So sind Tierknochen oder botanische Reste oft aussagekräftiger als spektakuläre Goldfunde. Diese zahlreichen Einzelinformationen werden mit Bekanntem verglichen und fügen sich schließlich als Mosaikstein in das geschichtliche Gesamtbild ein, verändern oder bestätigen es.

 

5.2.2004 - Für Anregungen oder Fragen bitte eMail an:
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